Serienscheine: Alte Geldscheine ohne Kaufkraft - beliebt bei Sammlern
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Serienscheine: Das Geld, für das man sich nichts kaufen konnte

Serienschein Notgeld
Hübsch, bunt und reich an Motiven: Serienscheine waren nach Ende des 1. Weltkriegs bis in die Inflationszeit hinein das Geld, für das man sich nichts kaufen konnte. Rund 8.500 verschiedene Motive wurden damals nur für Sammler hergestellt. Denn diese hatten zuvor die sogenannten Verkehrsausgaben in Massen in ihre Alben gesteckt. Ausgerechnet also jenes Kleingeld, das die Münzen ersetzen sollte, die im Krieg von der Reichsbank aus dem Umlauf genommen worden waren. Den erneuten Kleingeld-Mangel behoben findige Köpfe auf clevere Weise: Sie brachten wunderschöne Scheine in Umlauf, die so interessant waren, dass Sammler sie kauften, auch wenn diese keine Kaufkraft hatten.

Serienscheine: Geldscheine ohne Kaufkraft

Doch ein paar Ausnahmen gab es: Ein geringer Prozentsatz der Serienscheine war auch für kurze Zeit in Umlauf – und daran zu erkennen, dass entweder Gebrauchsspuren vorhanden waren oder Stempel mit ähnlicher Aussage: „Außer Kurs“, „ungültig“, aber auch „eingelöst“ und „entwertet“ ist auf diesen Scheinen zu lesen, die eher als „Bedarfsnotgeld“ anzusehen sind. Aber auf alle Fälle sind es auch Serienscheine. Diese heißen so, weil sie oft in ganzen Serien gedruckt wurden. Es konnten mal nur zwei sein, aber auch mal 150 wie im Falle der „Täglichen Rundschau“ Berlin oder gar 600 wie bei der variantenreichen Königswinter-Serie aus dem Rheinland.

Nur durch ihre Notgeldserien wurden viele Orte zumindest unter Sammlern in Deutschland bekannt: Sie brachten eine Unzahl an Serienscheinen auf den Markt und in die Alben. So allein drei Orte mit dem Anfangsbuchstaben „N“ direkt hintereinander im ABC der Serienscheine: Das bayerische Nördlingen wartet mit fast 200 Scheinen auf, das pommersche Nörenberg breitet sich sogar über vier Katalogseiten aus und dann folgt Nöscherode, das schon wenige Jahre später Teil des Harzstädtchens Wernigerode wurde. Auch das nahgelegene Thale wurde damals zur „Serienschein-Stadt“, seine Ausgaben mit vielen postkartengroßen Landschaftsmotiven füllen allein ein ganzes Album.

Serienscheine: Das Geld für die Sammler

Bestimmte Regionen Deutschlands taten sich besonders hervor bei der Ausgabe der Serienscheine: Schleswig-Holstein, Thüringen und Niedersachsen zogen somit auch die meisten Sammler an. Überhaupt war diese Art von Notgeldscheinen im Norden des Landes viel stärker verbreitet als im Süden. In Mecklenburg und Teilen Schleswig-Holsteins gaben 70 Orte jeweils ähnlich gestaltete Serien zu je drei Scheinen heraus: Das nach dem einstigen Heimatdichters Fritz Reuter benannte Reutergeld. Wie bei 90 bis 95 Prozent aller Serienscheine handelt es sich auch hierbei um häufig vorkommende Scheine, die oft zu kleinen Cent-Beträgen als sogenannte Massenware gehandelt werden.

 

Serienscheine Altona

Serienscheine Altona

 

Auch in den sogenannten ehemaligen deutschen Ostgebieten waren Serienscheine stark vertreten. Die Scheine von Schlesien, Oberschlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen wurden in den Jahren nach der Wende von polnischen Händlern gesucht, weil viele die schönen alten Motive von Orten tragen, die heute zum Nachbarland gehören. Doch inzwischen ist der große  Bedarf gestillt. Es zeigt sich immer wieder, dass ein ganz hoher Prozentsatz der damals gedruckten Scheine auch noch heute existent ist. Denn in Alben waren sie gut aufgehoben, wurden nicht so einfach entsorgt wie oft ein paar liegen gebliebene Reichsbanknoten.

Serienscheine – keine Verkehrsausgaben

Oft werden Serienscheine auch mit den Verkehrsausgaben verwechselt, den ähnlich großen Scheinen, die in voller Höhe des aufgedruckten Betrages Kaufkraft hatten. Je schöner gestaltet die Verkehrsausgabe war, desto öfter wurde sie aus dem Verkehr gezogen. Und je simpler Serienscheine graphisch gestaltet waren, desto eher wurden sie für Verkehrsausgaben gehalten. Denen sehen auch Notgeldscheine von 1914/15  oft zum Verwechseln ähnlich.

Serienscheine wurden mal mit und mal ohne Kontrollnummer verausgabt und manchmal sogar in ganzen Bogen gedruckt. Zu ihrer Kategorie gehören auch die sogenannten Kontenscheine, die auch mal mit den Serien A bis Z vorkommen – und das mit fünf verschiedenen Scheinen.

Manche Orte oder Herausgeber gibt es nicht wirklich. Ein „Arbeiter- und Soldatenrat“ aus dem niedersächsichen Klosterflecken Ebstorf gab eine ganze Serie an Scheinen heraus. Auch Scherzausgaben, die von Graphikern oder Händlern unter die Sammler gebracht wurden, bereichern das weite Feld der Serienscheine. Sie firmieren dann unter dem fiktiven Ort Swinesnuten und als Herausgeber wird die Gesellschaft zur Freundschaft genannt. Oft dienen sie kommerziellen oder Propagandazwecken – oder wollen einfach nur lustig wirken.

 

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