Das Geld der Kaiser, Könige und Kolonien - Banknoten in Serienreife
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Das Geld der Kaiser, Könige und Kolonien

Banknoten und alte Geldscheine KaiserreichIhre Vorderseiten zieren Kaiser, Könige, Regenten – und auch mal Löwen. Ihre Nominale lauten auf Thaler, Gulden und Rupien. Die Rede ist von den Geldscheinen aus Deutschlands längst versunkener Zeit: Der Ära der Könige, Großherzöge und Fürsten auf den Banknoten Altdeutschlands. Ihnen folgten nach Ausruf des Deutschen Kaiserreichs die ersten Markscheine 1874 und nach Gründung der deutschen Kolonien die ersten Rupienscheine 1905 in Deutsch-Ostafrika: Die kleinste Nominale zeigt eine wunderschön anmutende Löwen-Gruppe, die größte erstmals seit seiner Thronbesteigung 1888 Kaiser Wilhelm II. (und damit auch gleichzeitig letztmals) auf einem Geldschein.

Die ersten Banknoten in Serienreife

Es dauerte über 100 Jahre, bis nach dem ersten Schein, der innerhalb der heutigen deutschen Grenzen verausgabt wurde, Banknoten so etwas wie „Serienreife“ erlangten. Den Anfang hatte 1705 der erste „Bancozettel“ des Kölner Hofbankiers Johann Heinrich Sybertz (oder Siebertz) gemacht, verausgabt von der dort ansässigen „Banco di gyro d’Affrancatione“. Dann folgten 1753 die 1000 Gulden der Hochfürstlichen Brandenburgischen Müntz-Banco zu Ansbach-Bayreuth. Erst nach der Revolution 1848 und dem fortschreitenden Eisenbahnbau entschlossen sich die Regierungen der altdeutschen Staaten nach und nach zu Geldschein-Emissionen.

Wurden 1851 neun Banknoten herausgegeben, so waren es 1857 schon 29 im damaligen Staatenbund, zu dem neben den Königreichen Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg sechs Großherzogtümer, fünf Herzogtümer, sieben Fürstentümer, die drei Freien Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck, das Reichsland Elsaß-Lothringen sowie 17 Provinzen zählten. Die Nominale lauteten meist auf Thaler (ab 1901 offiziell Taler) und Gulden.

Das erste Papiergeld Preußens und Sachsens

In Preußen verausgabte 1766 bereits das Königliche Giro- und Lehn-Banco zu Berlin das erste Papiergeld. Es waren eher unbedeutende Scheine zu 10, 20, 100, 500 und 1000 „Banco-Pfund“. Nach mehreren Umstrukturierungen im Bankenbereich brachte dann 1847 die Preußische Bank Noten zu 25, 50, 100 und 500 Taler heraus.

Sachsen entschloss sich 1772 zur Emission des ersten Staatspapiergeldes. Die Scheine zu 2, 5, 10, 50 und 100 Reichstaler wurden so beliebt, dass man 1779 für sie sogar ein Aufgeld von 6 Pfennig pro Taler erheben konnte. Die Scheine wurden wegen Verschleiß und häufiger Fälschungen bald aus dem Verkehr gezogen und zumindest die kleinen Werte 1804 durch eine Neuausgabe von 1, 2 und 5 Reichstalern ersetzt.

Die ersten Banknoten in Bayern und Württemberg

Bayern zögerte lange mit der Ausgabe seiner ersten Banknoten. Diese erschienen 1836 (10 Gulden) und 1839 (100 Gulden) in der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank. Die Emittierung der bereits entworfenen 35 Gulden, die 20 Talern entsprach und damit eine leichtere Verrechnung mit der norddeutschen Talerwährung ermöglicht hätte, wurde abgelehnt. Württembergs Notenbank gab 1849 ihr erstes Staatspapiergeld heraus. Es handelte sich um 2, 5 und 35 Gulden.

Die Gründung des deutschen Reiches: Geld vereinheitlichen

Die Gründung des Deutschen Reiches 1871 führte dann zur Vereinheitlichung des Geldes. Die norddeutschen Taler-Noten wurden mit 3 Mark umgerechnet, die süddeutschen Gulden mit 1,71 Mark. Doch erst drei Jahre nach Reichsgründung wurden die ersten Reichskassenscheine zu 5, 20 und 50 Mark verausgabt, 1876 erschien die erste Reichsbanknote (100 Mark), 1884 der erste Tausender der Reichsbank, der bis 1922 die höchste Nominale im Lande war.

Viele Scheine des 19. Jahrhunderts sind selten, ab 1900 war dann Vieles schon Massenproduktion. Die gilt mit Abstrichen auch für eine ganze Reihe der ab 1907 erschienenen Kolonial-Scheine, vor allem für die vielen 1-Rupien-Varianten. Nicht jedoch für die höheren Nominale mit dem Bild des Kaisers.

 

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