Banknoten sammeln - die Vielfalt an alten Geldscheinen
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Banknoten – Ein Hobby mit vielen Facetten

Alte Geldscheine und Banknoten Ankauf

20 Thaler, Rostock 1868, Foto: Kieselbach

Banknoten sammeln – das ist ein Thema mit vielen Facetten und zugleich ein Fass ohne Boden: Selbst derjenge, der das Papiergeld von über 200 Ländern der Welt links liegen lässt und sich nur auf das eigene Land spezialisiert, stößt an die Grenzen dessen, was zu bewältigen ist. Denn in Deutschland wurde eine gigantische Palette verschiedenster Banknoten verausgabt – vor allem in den „schlechten Zeiten“ während und nach dem 1. Weltkrieg. 1923 wurden ganze Wälder abgeholzt, um Papier zu Millionen, Millarden und Billionen zu verarbeiten. Gab es 1914 Nominale zu 1 Pfennig, waren es knapp 10 Jahre später Nennwerte bis 250 Billionen Mark. Ein riesieges Spektrum an Sammelgut, ein Hobby, das teuer werden kann, aber nicht teuer sein muss. Denn fast 100 Jahre nach Ende der großen Geldentwertung gibt es auch heute noch alte Billionenscheine zu Preisen, die unter dem Wert des kleinsten Euro-Scheins (5,–) liegen.

Banknoten sammeln

Vor allem logistisch ist das Sammeln von „Deutschland komplett“ schwer zu bewältigen. Wer alles horten, ordnen und registrieren möchte, braucht nicht nur unglaublich viel Zeit und angesichts der Masse an Scheinen einen nicht allzu dünnen Geldbeutel – auch einen stattlichen Raum vom Format „Bibliothek“, um alles in Hunderten dicker Alben abzulegen. Denn nicht nur der Staat verausgabte eine Flut an Banknoten. Auch private Herausgeber, vom Bäcker in München bis zur Firma Krupp in Essen oder der BASF in Ludwigshafen, hatten ihr eigenes Geld. Das eine recht primitiv auf einem kleinen Stück Pappe gedruckt, das andere auf einem großformatigen Schein mit wunderschönen Motiven auf Vorder- und Rückseite.

Die ersten deutschen Geldscheine

Erste Herausgeber waren nach dem bereits 1705 in Köln verausgabten ältesten deutschen Schein zu Beginn des 19. Jahrhunderts staatliche Stellen, vor allem die deutschen Königsreiche Bayern, Preußen, Sachsen und Württemberg sowie die Großherzog- und Fürstentümer mit ihrer Thaler- und Guldenwährung. Nach der Reichsgründung 1871 brachte dann die deutsche Reichsbank die ersten Scheine in Mark-Währung in Umlauf. Parallel dazu gab es erste Länderbanknoten fast im gesamten Deutschen Reich. Die Deutsche Reichsbahn und die Reichspost verausgabten durch ihre Direktionen und untergeordnete Ebenen ein katalogfüllendes Ensemble an Banknoten.

Geldscheine als Ersatz für knappe Münzen

Die kleinen Scheine, oft zu 1 bis 5 Pfennig Nominale, kamen ab 1914/15 auf den Markt, weil es im 1. Weltkrieg eine eklatante Knappheit an Münzen gab. Damals wurde viel Metall aus dem Verkehr gezogen, das Zwecken der Rüstung diente. Schnell versuchten Städte, aber auch kleinere und größere Firmen, dieses Leck zu schließen. Wenig später verausgabten Tausende von Orten in ganz Deutschland die sogenannten Verkehrsausgaben. Sie waren teils simpel gestaltet, aber manchmal zeigten sie wunderschöne Motive von Städten und Gemeinden. Mit dem Ergebnis, dass viele in Alben von Sammlern verschwanden, die neben Briefmarken und Münzen ein neues Feld entdeckten – und ein neues Leck an Kleingeld entstand.

Um diesem Problem Herr zu werden, organisierten vor allem Händler über Städte und Gemeinden den Druck der oft farbenprächtig gestalteten, mit historischen Motiven und wunderschönen Ortsansichten versehenen Serienscheine. Sie hatten im Gegensatz zu allen bislang bekannten Scheinen keine Kaufkraft, zierten nur die Alben. Doch sie waren überaus beliebt. Es gab überall in Deutschland Notgeldhandlungen, die gut florierten. Die Scheine verschwanden entgegen allen anderen zuvor nie geknickt in Geldbeuteln und stecken darum auch heute noch zu einem ganz hohen Prozentsatz „kassenfrisch“ (d. h. in Besterhaltung) in Alben. Es wurde wenig weggeworfen, entsprechend groß sind angesichts einer geschrumpften Zahl an Sammlern existierende Bestände.

Die ersten „großen“ Banknoten

Zeitlich parallel dazu verausgabten viele Städte das sogenannte „Großgeld 1918-1921“ (meist 10 bis 50 Mark) und zu Beginn der Inflation dann auch das „Großgeld 1921/22“ (100 bis 10.000 Mark). Danach brachen alle Dämme: Viele Städte und Firmen produzierten ihr eigenes Inflationsgeld, das bald auf Millionensummen lautete, dann auf Milliarden und zuletzt Billionen. Wer nicht schnell genug kaufte, bekam am folgenden Tag oft nur noch die Hälfte an Warenwert. Während die Reichsbank „nur“ Scheine bis zum Nennwert von 100 Billionen verausgabte, gibt es 200 Billionen der niederheinischen Großstadt Krefeld. Ansonsten sogar nicht verausgabte Musterscheine bzw. Probedrucke anderer Städte bzw. Organissationen mit Nominalen von 250 Billionen (Reichsbahn Köln) bzw. 1 Billiarde (Duderstadt).

Geldscheine aus Holz, Alufolie, Leder und Stoff

Vor allem die Kleingeldscheine gab es längst nicht nur aus Papier oder Pappe. Es gab auch Holzscheine, meist aus Sperrholz, aus Aluminiumfolie, die so dünn – und empfindlich – war wie einst die silbrige innere Verpackung bestimmter Schokoladenmarken. In Osterwieck/Harz produzierte man eine ganze Reihe Leder-„Scheine“ vom harten Absatzleder bis hin zum edlen Wildleder. Und vor allem in der früheren Textilstadt Bielefeld gab es eine wahre Flut an Stoffgeld, von Leinen über Samt bis zur Seide – an den Rändern, aber auch auf Vorder- und Rückseiten teils wunderschön bestickt.

Nicht nur hinsichtlich Ausgabestellen und Materialien hatten die Geldscheine eine große Vielfalt – auch an Formaten. Es gab kleine runde Notgeldscheine in Münzengröße, einige briefmarkenähnliche Stücke perforiert, auch in Dreiecksform und Scheine in Hochformat. Die kleinsten Scheine konnte man unter Briefmarken verstecken, die größten passten in kein Briefmarkenalbum.

Die Vielfalt an Zahlungsmitteln

Doch damit nicht genug hinsichtlich der Vielfalt dessen, was an Papiergeld und Papiergeldersatz kursierte. Deutsche Kolonien und Schutzgebiete in Afrika, Pachtgebiete in Asien hatten ihr eigenes Geld, es gab im 1. und 2. Weltkrieg sowohl Auslandsgeld der deutschen Besatzer als auch Geld der Kriegsgegner im besetzten Deutschland. Ferner kursierte in schlechten Zeiten, so nach der Inflation, Wertbeständiges Notgeld (oft in Gold-Währung), bevor Renten- und Reichsmark wieder Fuß fassten. Es gab Briefmarken-Notgeld (oft mit Germania-Marke), im 3. Reich KZ-Geld, Militärgeld und nach beiden Weltkriegen Kriegsgefangenen-Lagergeld, zu DDR-Zeiten Militär- und Gefängnisgeld.

Daneben existierte eine ganze Reihe an Kuriositäten: Es wurden alte Reichsbanknoten in Kleinformat als Kindergeld gedrückt, auch in Katalogen registriert. Neuerdings wird sogar modernes „Regionalgeld“ als rein private Erfindung im Internet verkauft.

 

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